Das Gießkannenmuseum auf Reisen: Einladung ins Ausstellungshaus Spoerri

14.03.2017
 

Wer derzeit das GiKaMu besucht, dem wird es womöglich auffallen – einige repräsentative Exponate fehlen momentan in der Sammlung. Dies hat gute und sehr erfreuliche Gründe, denn das Gießener Museum kooperiert nun mit einem Ausstellungsort in Österreich, dessen Gründer der international renommierte Künstler Daniel Spoerri ist. Im Ausstellungshauses Spoerri in Hadersdorf am Kamp wird aktuell die Ausstellung „Durch die Blume. Pflanzen in der Kunst“ gezeigt. Und hier darf natürlich das Gerät zur Erfüllung der ersten Gärtnerpflicht nicht fehlen: die Gießkanne! Auf Einladung des Ausstellungshauses hat das Team des Gießkannenmuseums eine Auswahl an Gießkannen nach Österreich geschickt und dort die großzügigen Räume des historischen Hofgebäudes eingerichtet. Bis zum 29. Oktober 2017 werden die Exponate in Hadersdorf verbleiben und die Schau rund um das Thema der Botanik in der Kunst mit einem repräsentativen Einblick in die Bestände des Gießener Museums ergänzen. In der Ausstellung sind derzeit, neben großen Werkkomplexen von Daniel Spoerri und Katharina Duwen, Arbeiten von Rozbeh Asmani, Rudolf Bonvie, Karoline Bröckel, Werner Henkel, Barbara Camilla Tucholsky und Martin Weimar zu sehen. Im Ausstellungsverlauf wird diese Auswahl um weitere künstlerische Positionen anwachsen.

Zum Hintergrund: Das ehemalige Kloster in Hadersdorf (Niederösterreich) wird heute als Kunststaulager und Ausstellungshaus genutzt und ist dem Mitbegründer des Nouveau Realismé, Daniel Spoerri, gewidmet. Spoerris Name ist insbesondere mit der von ihm in den 60er Jahren begründeten Eat-Art verbunden, in deren Zusammenhang Mahlzeiten als Happenings durchgeführt wurden und dreidimensionale Objektbilder entstanden. Alltagsgegenstände, vor allem Küchenutensilien, spielten hier eine übergeordnete Rolle und wurden von Spoerri gesammelt, auf Bildträgern fixiert oder neben den Resten von Speisen in situativen „Fallenbildern“ festgehalten.

Das gewählte botanische Thema und der Bezug zum Sammlungsbereich der Alltagsdinge machen das Gießkannenmuseum in diesem Jahr zum sehr naheliegenden Gast im Ausstellungshaus Spoerri. Darüber hinaus lässt dieser Ausflug ins Nachbarland auch auf Gießkannenspenden aus Österreich hoffen, die bislang noch nicht in der Sammlung vorhanden sind. Daniel Spoerri selbst ging bereits mit gutem Beispiel voran und stiftete dem Museum eine Gießkanne in Fischgestalt.

www.spoerri.at