Neu im GikaMu: botanoadopt

22.04.2012
 

Passend zur Frühlingszeit, die ja bekanntermaßen Pflanzenzeit ist, kann der Besucher des Gießkannenmuseums Gießen seit einigen Tagen nicht nur Gießkannen unterschiedlichster Form und Herkunft bestaunen, sondern auch heimatlose Zimmerpflanzen adoptieren.

Dies sollten freilich nur die Pflanzenfreunde tun, die nicht schon die letzte Gießkanne im Museum abgegeben haben.

botanoadopt heißt das in im nahen Frankfurt ansässige Kunstprojekt, dass mit Pflanzen-adoptionen und einer dazugehörigen Pflanzenklappe schon seit einigen Jahren mit großem Medienecho an der Vermittlung „vernachlässigter oder misshandelter Pflanzen“ arbeitet. Das von Haike Rausch und Torsten Grosch (431art) gegründete interdisziplinäre Kunstprojekt vermittelt Zimmergrün, das zuvor mit Namen und Biografien ausgestattet wurden, über das Internet an Adoptiveltern (www.botanoadopt.org)

Nun haben sich auch im Gießkannenmuseum im Rahmen einer dauerhaften Kooperation einige Schützlinge von botanoadopt eingefunden, die auf ein neues Zuhause warten. Die Zimmerpflanzen, die sonst wohl in den Müll gewandert wären, werden nun kostenfrei in die Hände wohlwollender Grünliebhaber aus Gießen und Umgebung abgegeben. Zuvor ist natürlich ein Adoptionsvertrag zu unterzeichnen. Zweimal pro Jahr senden Adoptiveltern Fotos ihrer Schützlinge an botanoadopt, die auf der Internetplatform veröffentlicht werden. Im Gießkannenmuseum warten nun u.a. „Garden Star“, „Ansgar und Hilde“ oder „Xenia von Hülmenkümp“ auf eine neue Bleibe. Adoptionen sind grundsätzlich während der Öffnungszeiten des Gießkannenmuseums immer dienstags und donnerstags zwischen 15 und 19 Uhr möglich.

 

Das Künstlerduo 431art (Haike Rausch und Torsten Grosch) realisiert seit über 10 Jahren gemeinsam interdisziplinäre und partizipative Kunstprojekte, sowie multimediale Installationen. Ihre Arbeiten befragen Themen wie die Konstruktion von Wirklichkeit und Identität in virtuellen Welten, die Bedingtheiten persönlichen Glücksempfindens oder die Wahrnehmung von Natur. 431art begreift ihre Arbeitsweise als „Abtastungen“ von Vorgängen, die sich aus der Natur, aus maschineller Arbeit oder aus sozialen Gegebenheiten konstituieren und entwickeln. Die Verbindung von Grafischem, Fotografischem und Filmischem lebt von der Grundintention, Wahrnehmung aufzuzeichnen und diese Aufzeichnung zu einer künstlerischen Botschaft zu verdichten. Die Arbeiten des Duos befinden sich in öffentlichen Sammlungen, u.a. Klingspor Museum Offenbach, Public Library New York, Victoria and Albert Museum London. Ausstellungen im In- und Ausland, Teilnahme an internationalen Konferenzen, zahlreiche Stipendien und Kulturförderungen.


http://www.botanoadopt.org

http://www.431art.org