Das Druckgrafische Kabinett

Die Ausrichtung des Gießkannenmuseums verändert sich sukzessive durch das Zutun seiner Unterstützer*innen. Im Jahr 2012 konnte die Ausstellung überraschenderweise mit der Einrichtung eines kleinen Druckgrafischen Kabinetts erweitert werden. Dieses zeigt eine Sammlung von Druckgrafiken mit einem Schwerpunkt im 19. Jahrhundert. Die Grafiken bilden historische Gießkannen in unterschiedlichen Alltagskontexten ab. Auf Holz- und Kupferstichen, Lithografien und Illustrationen zeigt sich die Gießkanne mal als Protagonist, mal als eher beiläufiges Bilddetail. So tritt sie unter anderem als wässerndes Gartengerät, als zweckentfremdetes Musikinstrument oder als improvisiertes Behältnis für den eben getätigten Fischfang ins Bild. Auf vielen Blättern sind die Vorläufer heute üblicher Gießkannen zu entdecken, die in Form, Größe und Details variieren. So ergänzen die historischen Dokumente die bisherige Sammlung realer Exponate bildnerisch vortrefflich um einige Stücke, die bislang noch im Sammlungsbestand fehlen.

Inzwischen ist die Sammlung des Druckgrafischen Kabinetts durch weitere Blätter auf über 100 Grafiken angewachsen. Das älteste Blatt ist ein Holzstich aus dem Jahr 1690; die meisten Blätter lassen sich Mitte bis Ende des 19. Jahrhunderts datieren.

Aktuell werden 26 Druckgrafiken, aus konservatorischen Gründen als Reproduktionen, in einem eigens dafür eingerichteten Kabinett gezeigt. Die Originale können von Besucher*innen auf Wunsch in vorbereiteten Mappen eingesehen werden.

Das Zustandekommen eines Druckgrafischen Kabinetts im GiKaMu ist der Expertise und Sammelobsession des Antiquars Ekkehard Komp und der großzügigen Unterstützung durch die Sparkasse Gießen zu verdanken.